„Akte Rogg“: Hat Duisburg ein Problem mit Vetternwirtschaft?

Die Geschäftsführerin der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (wfbm), Roselyne Rogg, ist fristlos entlassen worden. In ihrer Position bezog sie zuletzt 376.000 Euro jährlich. Der Aufsichtsrat der wfbm hat laut eigener Aussage von Roggs massiven Gehaltserhöhungen nichts gewusst. Simon, unser Vorsitzender, fordert eine lückenlose Aufklärung in der „Akte Rogg“ – und das ist nicht alles.

Der Aufsichtsrat der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (wfbm) hat die Notbremse gezogen. Mit sofortiger Wirkung wurde Roselyne Rogg, bis heute die Geschäftsführerin der wfbm, entlassen. Dies teilte die Stadt Duisburg am Mittwochabend mit. Aus Sicht unseres Vorsitzenden, Simon, der einzig richtige Schritt.

Gehaltsexplosion! Aufsichtsrat nicht informiert – nur ein Einzelfall!?

Seit 2009 ist das Gehalt der Ex-Chefin explodiert. Zuletzt hat sie 376.000 Euro jährlich verdient. Laut einem Bericht von Wirtschaftsprüfern Ende Juni sei das Gehalt „inakzeptabel“ gewesen. Rogg verteidigte das Mehr auf Ihrem Konto kürzlich mit der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung und aktuellen Situation des Unternehmens. „Gegen ein Gehaltsplus bei sehr guter Leistung ist erstmals nichts einzuwenden. Leistung muss sich lohnen.“, findet der Jungliberale. Pikant jedoch ist: Der Aufsichtsrat der städtischen Gesellschaft will von der massiven Gehaltserhöhung nichts gewusst haben. „Unverantwortlich!“, meint Simon und fragt sich, wie das sein kann und, inwieweit die Aufsichtsräte über die Gehälter und Aktivitäten der Geschäftsführer anderer städtischen Gesellschaften informiert sind.

Vorwurf auf Facebook: „Vetternwirtschaft in Duisburg“!

„In Duisburger Facebook-Gruppen wird schon wild diskutiert, ob städtische Betriebe von ‚Vetternwirtschaft zersetzt sind‘ und ‚Geschäftsführer-Posten und Gehälter im Top-Management nach Lust und Laune sowie Nasenfaktor vergeben werden‘.“, berichtet unser JuLi-Kollege. Simon fordert eine lückenlose Aufklärung seitens der Stadt Duisburg, allen voran von SPD-Oberbürgermeister Sören Link, und hält eine Überprüfung der Saläre der Geschäftsführer anderer städtischen Betriebe durch entsprechende Wirtschaftsprüfer für notwendig um das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. „Man darf nicht vergessen: Es geht hier um öffentliche Gelder“, gibt der Duisburger zu bedenken. „Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, ob alles mit rechten Dingen zugeht!“.

Bildunterschrift:
Hat Duisburg ein Problem mit Vetternwirtschaft? (Symbolbild)